„we want to paaady..“

Autor: knoxx

Passend zur bevorstehenden Saison wird die ewige Viertel- Debatte mal wieder neu eröffnet. Wie laut darf es denn bitte nachts im Viertel sein? Wer ist für den Krach after midnight verantwortlich und dafür, dass mein Hauseingang immer wieder als Urinal herhalten muss ? Jetzt, wo die Neustadt als neues „Viertel“ hochgejazzt wird, in der Tat sind viele Kreative wegen der exorbitanten Mieten bereits aus unserem (?) Viertel Richtung Neustadt gezogen, gibts dort nämlich ebenfalls die „Nachbarschaftsklagen“ , die jede Art von „Clubkultur“ im Keim zu ersticken drohen.

In der alten Schnapsfabrik am Deich, hat sich eines dieser neuen kreativen Zentren, das „Karton“ gebildet., die ebenfalls schon Probleme haben. Daher gabs es eine Podiumsdiskussion zum Thema, wieviel Jugendkultur ist eigentlich in dieser Stadt noch möglich und politisch gewollt.Das Podium war gut besetzt, eine Konzertveranstalterin, Norbert Schütz vom Litfass, Carsten,der Unternehmer des Jahres 2014 vom „Team Neusta“, Andreas,der Sprecher des Wirtschaftssenators, die Chefin vom Stadtamt. Sönke Busch , vom Lagerhaus Poetry Slam bekannt, gab eine gelungene Einführung zum Thema „Lärm“ ,“Lärm, das sind immer die Anderen, das , was mir fremd ist, was mir nicht gefällt,“ Dank an das“Karton“- Team für den Anstoss, jedoch in der Sache, wars eher so`ne Demo., we want to party, but how and why..? Natürlich waren alle Parteien bis auf afd und CDU vertreten, die sich in Ihrer Jugendfreundlichkeit geradezu überboten, sind schliesslich auch bald BüWa.. Ich kann nach 35 Jahren auf der scene(„Römer“, „Brazil“) feststellen, die Behörde ist „toleranter“ geworden, die Anwohner , bzw. die „Neuen“ sensibler & anspruchsvoller und der Lärm, damit meine ich , den von Freitag bis Sonntag, hat deutlich zugenommen.–Das“ Problem „scheint mehr denn je unlösbar. Welche Kultur wollen wir denn schützen, unsere alte Subkultur, die es nicht mehr so gibt, die junge, vielfältige Clubkultur, oder die sogenannte „Partykultur“, die sich besonders in den wärmeren Monaten und am Wochenende breitmacht ?Es ist dann hier nicht anders als in Berlin-Mitte oder Hamburgs Schanze. Das vor einigen Jahren verhängte Rauchverbot treibt die Leute auf die Strasse vor die Clubs,, ebenso animieren natütlich die hohen Getränkepreise zum Konsumieren auf der Strasse, denn die Lokalbetreiber müssen inzwischen atemberaubende Mieten zahlen , weil das Viertel ja so hip ist..undsoweiter. Die jetzige streetpartyunkultur ist Ausdruck der kapitalistischen Verhältnisse, Amen. Den Wirten und Clubbetreibern den Buhmann zuzuschieben , funktioniert nicht mehr so recht,das hat diese Veranstaltung gezeigt, gut so!

Halten wir also mal kurz fest, „die Politik“ hat das Rauchverbot gemacht,was die people auf die Strasse bringt,die Politik hat den Alkverkauf auf die Strasse gebracht, die Politik hat die Immobilienspekulation zugelassen, die Politik hat die Schliessung und den Verkauf eines geilen „Freizis“, des Wehrschlösschens zugelassen,( Mann was warn da für geile Konzerte !)–und „die Politik“ hat bis jetzt keinen PLatz für ein tolles Projekt wie „Zuckerwerk“ gefunden…….Das gehört auch zum Gesamtbild! Und nun, wie soll es weiter gehen ? Alle Viertelbewohner über 50 umsiedeln? Reine Vergnügungsareas ausserhalb der Innenstadt ? Jedoch war auf der Versammlung zu hören, selbst in der Überseestadt gäbe es inzwischen Probleme mit ruhedürftigen Mitbewohnern. Wie passt dazu der alte Bestandsschutz ? Wir werden wohl damit leben müssen, dass es hier keine universelle Antwort gibt. Und das Stadtamt, damit es nicht als Prügelknabe verärgerter Anwohner übrigbleibt, wäre gut beraten, gemeinsam mit der Politik, einige alte Vorschriften zu entrümpeln und natürlich auch den geltenden Flächennutzungsplan den Verhältnissen anzupassen. Am Ende gilt für alle Neubürger zumindest, wer hierher kommt, sollte wissen, worauf er sich einlässt!

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