In der Gleitzone …

Autor: knoxx

„Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt, das alles gleitet und vorüber rinnt …“ (Hugo v. Hofmannsthal)
Wollen wir das? Eine Geburt ohne Schmerzen, ein möglichst langes Leben, ohne Krankheit, Kummer und Sorgen, dann einen Tod auch ohne Schmerzen und zuguterletzt eine Bestattung mit neutraler „Öko-Bilanz“. Ist es das? Ich glaube, da haben sich die Grünen kürzlich in der Bürgerschaft ein wenig verhoben.
Dazu passt natürlich auch die nicht endende Diskussion über die Todesfälle in der Nenatalogie des Klinikums-Mitte. Hallo! Vor einigen Jahren wären diese Geburten noch gar nicht überlebensfähig gewesen, das sollte man dabei im Hinterkopf haben… Die Verheißungen der modernen Techno-Medizin, wo inzwischen oft genug eine „ökonomische Therapie“ vor der medizinisch angebrachten Therapie regiert, verführen zu maßlosen Ansprüchen an die Medizin und an die Patienten. Ich empfehle, einmal „Die Nemesis der Medizin“ von Ivan Illich zu lesen, bald 30 Jahre alt und brandaktuell. – Nur ein Beispiel, um absurde Entwicklungen aufzuzeigen.

Einerseits wird mit aller Gewalt am Leben erhalten, siehe Todkranke und Komapatienten, um ein Leben gekämpft, andererseits werden z.B. Drogenabhängige durch die Verweigerung eines Rechts auf Rausch dem unregulierten Schwarzmarkt mit gepanschten, verfälschten Substanzen und damit einer Verelendung und dem langsamen Tod ausgeliefert.

Dafür dürfen bei uns jede Menge ungeprüfter Stoffe in Form von Prothesen und Brustimplantaten einoperiert werden, das fördert die Wirtschaft.
Ach wie schön ist es hier in Deutschland zu leben, meinetwegen sogar in Hannover, denke ich angesichts dieser Meldung – ntv meldet: „Milizen jagen Emos im Irak. Sie müssen sterben, weil sie schwarze, enge Kleidung tragen. Es sind vermutlich schiitische Milizen, die im Irak Mitglieder der Emo-Bewegung jagen. Sie schlagen ihnen mit Steinen die Schädel ein, weil sie die Jugendlichen für schwul halten“. Bei uns passiert das allerallerhöchstens, wenn man als Schwuler Mitglied in einem katholischen Schützenverein ist.

Der hier wäre auch im Verein sicher der selbsternannte „härteste Sheriff der Welt“, so ein vollgefressener, homophober texanischer Fleischklops, namens Joe Arpato, bigott vom Stiernacken bis zur Schweissfußsohle, bezweifelt die Echtheit von Präsident Obamas Geburtsurkunde. Ab in die Klappsmühle sollte man meinen. Solche Wahnsinnigen gibt’s auch nur in Devils own Country – und die dürfen dazu noch Schusswaffen tragen.

Das machte mich heute wütend – ganz wütend: 50 Mrd US $ Schwarzgeld (hehehe ???) wandern aus Afrika jährlich auf Konten in der EU, den USA und in die Karibik. Das ermittelten Wirtschaftsforschungsinstitute in London. In umgekehrter Richtung wurden lediglich 25 Mrd. US $ überwiesen, vorwiegend als „Entwicklungshilfe“. Ich frage mich, wo kommt denn bloß das ganze Schwarzgeld her? Bestechungsgelder, illegale Provisionen, Profite aus Waffen- und Drogenhandel, Spesenabrechnungen von Siemens, Bayer und Total.

Jetzt haben wir es noch mal ganz wissenschaftlich, wenn es denn nützt: „Das Risiko, in Armut zu fallen, ist heute deutlich höher als vor Hartz IV. Das hat sehr weitreichende Folgen. Denn ich glaube, dass Belegschaften unter Druck nicht kreativer und produktiver werden, ganz im Gegenteil. Vielmehr fördert die ständige Angst vor dem sozialen Absturz eher Konformismus und Karrierismus. Unter dauerndem Druck und Stress verlieren die Menschen ihre Neugier, was auf Kosten der intellektuellen Leistungsfähigkeit geht. Die steigende Zahl psychischer Erkrankungen ist meiner Ansicht nach auch ein Resultat von Hartz IV. Wenn sich der Eigenwert des Menschen ökonomischen Erfordernissen unterordnen muss, wird unsere Gesellschaft inhumaner, unsozialer und brutaler.“
Christoph Butterwegge (Inst. f. Sozialforschung Uni Köln.)

Unsere Schlecker-Filiale am O.-weg macht auch dicht, die in dem Haus, wo unser Meister Propper vor 2 Jahren noch gewohnt hatte, you remember. RIP Günther! Als ich die Verkäuferin fragte, ob sie schon etwas Neues hätte, erntete ich nur ein müdes Achselzucken.
Ausserdem habe ich dem klugen Streiflicht der Süddeutschen entnommen, dass Prophet kein Ausbildungsberuf sei, also bitte gnädig zum zukünftigen Gauck sein, für’s erste jedenfalls …

Der Frühling ist in unsere Stadt gezogen, daher noch’n Witz: „EIN Hamburger, ein Kölner, ein Düsseldorfer und ein Bremer sitzen am Tresen. Der Keeper fragt „Was wollt ihr?“ Der Hamburger antwortet: „Ein Astra!“ Der Kölner: „Ein Kölsch!“ Der Düsseldorfer: „Ein Alt!“ Zum Schluss der Bremer: Eine Apfelschorle, wenn ihr kein Bier trinkt, nehm‘ ich auch keins!“

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